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Altes Schloss und Schillerplatz

Das Einzige, was vom alten Schloss bis in die heutige Zeit erhalten geblieben ist, ist die sog. „ Motte „ ein künstlich aufgeschütteter Hügel, der im sumpfigen Nesenbachtal für eine Befestigungsanlage notwendig war. Bis in die Zeit der Renaissance sprach man von einem Wasserschloss, das von einem Wassergraben umgeben war, der erst im 16. Jahrhundert trockengelegt wurde. Eine Zugbrücke führte über den Wassergraben zum Schlossplatz, der erst im 19. Jahrhundert mit Errichtung des Schillerdenkmals von Bertel Thorvaldsen zum Schillerplatz umbenannt wurde.

Interessant und einzigartig ist der Innenhof des alten Schlosses mit dem gotischen Dürnitzbau aus dem 14. Jahrhundert und den Renaissanceflügeln aus dem 16. Jahrhundert, die sich um ein Reiterstandbild von Eberhard im Bart, von dem klassizistischen Bildhauer Ludwig von Hofer, gruppieren. Im Südflügel, nur von Außen erkennbar, befindet sich die in Deutschland einmalige protestantische Schlosskirche, die als „ Kirche des Wortes“ nach Einführung der Reformation in Württemberg im Jahre 1534, mit einem breiten Kirchenschiff und einer dominanten Kanzel, den Predigern die Verkündigung des Evangeliums erleichtern sollte. Wie durch ein Wunder ist diese Schlosskirche der einzige Bereich des alten Schlosses, der sowohl dem großen Brand 1931 , als auch den Bombenangriffen 1944, standhalten konnte.

Interessant für den Besucher sind die Hinweise, warum sich die heutige Landeshauptstadt und ehemalige Residenzstadt Württembergs in einer so einmaligen topografischen Situation befindet, zumal die ursprüngliche Burg des Hauses Württembergs im Neckartal war und trotz der widrigen infrastrukturellen Umstände die Württemberger ( fast ) immer zu ihrer Stadt standen. Herzog Friedrich der Erste ließ zu Beginn des 17. Jahrhunderts alte mittelalterliche Gebäude, die zum Teil bis an den Chor der Stiftskirche herangebaut waren, abreißen, um in Sinne der Renaissance eine representative Platzanlage zu errichten. Der Wassergraben um das alte Schloss wurde trockengelegt und mit Dammhirschen und Bären , im Sinne eines heutigen Zoos , belebt. Um Eindruck vor den Gästen zu erwirken, band man den Bären die Pfoten auf den Rücken, damit die armen Tiere aufrecht laufen mussten !

Der Schillerplatz ist bis in die heutige Zeit die einzige Platzanlage in Stuttgart im spät-mittelalterlichen Stil. Der Besucher erfreut sich jeden Dienstag, Donnersteg und Samstag über eine jahrhunderte alte Tradition , den Blumenmarkt.