Entwicklung Stuttgart

Aus dem Gestüt wurde eine dörfliche Ansiedlung, die vermutlich bereits im 11. Jahrhundert eine Kirche hatte (die Vorgängerkirche unserer heutigen Stiftskirche). Im frühen 14. Jahrhundert beschlossen die württembergischen Grafen, nach mehreren Kriegen gegen die freie Reichsstadt Esslingen und Reichstruppen, ihre Residenz vom „Württemberg“ im Neckartal ins heutige Stuttgarter Tal zu verlegen, da man hier optimal vor weiteren Angriffen geschützt war. Die Keimzelle des heutigen Stuttgart kann man sich auf einem Stadtplan zwischen der heutigen Planie, Marktstraße, Eberhardstraße und Königstraße sehr gut vorstellen. Stadterweiterungen im späten 14. Jahrhundert das heutige Bohnen, bzw. Leonhardsviertel und im 15. das heutige Hospitalviertel waren nötig, weil die Stadt immer grösser wurde. 1495 wurde die Grafschaft Württemberg durch die Verdienste Eberhard’ s „im Bart“ zum Herzogtum befördert und im Verlauf des 16. und frühen 17. Jahrhunderts im Zentrum, um den heutigen Schillerplatz repräsentativ ausgebaut.

Im 18. Jahrhundert erfährt Stuttgart einen starken Ausbau im barocken Stil, der aber vorwiegend der Repräsentation vorbehalten ist. Große Konkurrenz ist Ludwigsburg, das über je zwei Jahrzehnte die Haupt- und Residenzstadt Württembergs wurde.

Die Industrialisierung, die Württemberg Mitte des 19. Jahrhunderts erreicht, lässt die Stadt fast explodieren, hatte Stuttgart um 1800 noch ca. 17500 Einwohner, waren es um 1900 bereits ca. 175000. Die Stadt hat zu wenig Grund, um ausreichenden Wohnraum zu bauen und fängt an, umliegende Städte und Gemeinden einzugemeinden, auch die Hänge um Stuttgart herum werden bebaut. Immer ist die Infrastruktur eine Herausforderung, auch die Eisenbahn muss in den „Kessel“ fahren, der Neckar wird begradigt erhält allerding erst 1958 einen Hafen.

Nach dem 2. Weltkrieg muss die Stadt neu auf- und ausgebaut werden, Stuttgart wird nach erheblichen „ Kahlschlagsanierungen“ autogerecht und modern mit nachhaltigen Folgen, die die heutigen Generationen oft vor kaum zu bewältigende Probleme stellt. Aber Lösungen werden (fast) immer gefunden, durch die enorme Wirtschaftskraft fließen immense Summen in die Infrastruktur, den sozialen und kulturellen Bereich.

Als heutige moderne Großstadt ist Stuttgart immer nur als Zentrum einer Region zu sehen, mit einer Bevölkerung von ca. 2,6 Millionen Einwohnern, die mittlerweile mehr im Dienstleistungssektor als in der Industrie Arbeitsplätze bietet. In der Rangfolge unter den deutschen Großstädten ist Stuttgart die 6-grösste Stadt, hinsichtlich der Lebensqualität immer unter den ersten drei zu finden.