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Grabkapelle auf dem Württemberg

Seit Ende des 11.Jhd. residierten die Grafen von Württemberg auf dieser Bergkuppe, nachdem sie vermutlich aus dem Luxemburgischen hier eingewandert waren. Als erster Württemberger wird Konrad von Wirtemberg genannt, der 1070 Luitgard von Beutelsbach heiratete. Drei Mauerringe befestigten die Burganlage, die zu Beginn des 14. Jhd. von Esslingern und Reichstruppen Rudolf von Habsburg’s zerstört wurde. Das war für die württembergischen Grafen der Anlass sich in das unwegsame und versumpfte Nesenbachtal zurückzuziehen, wo sie ein Gestüt, den Stutengarten (=Stuttgart) unterhielten und diesen zur neuen Residenz ausbauten. Man war nach drei Seiten durch Hügel geschützt und musste sich wenn, dann nur in Richtung Osten verteidigen, was die unmögliche Situation einer heutigen Groß- und Landeshauptstadt erklärt.

Auf einem Spaziergang soll Königin Katharina zu ihrem Gemahl, König Wilhelm I. von Württemberg gesagt haben, in Anbetracht der Schönheit dieses Ortes, wenn sie eines Tages sterben würde, würde sie gerne hier ihre letzte Ruhe finden. Dies nahm Wilhelm zum Anlass, nach ihrem Tod im Dezember 1819, sie hatte sich auf einer Ausfahrt zum Jagdschloss in Scharnhausen, um ihren Gatten mit einer seiner Mätressen aufzuspüren, erkältet und war an den Folgen gestorben, die Burg schleifen zu lassen, um an dieser Stelle eine Grabkapelle für sie errichten zu lassen. Vielleicht könnte so der Spruch über dem Eingangsportal „ Die Liebe höret nimmer auf“ auch als das schlechte Gewissen des Königs gedeutet werden.

König Wilhelm beauftragte seinen Hofbaumeister Geovanni Salucci aus Florenz, nach einem internationalen Wettbewerb, eine klassizistische Kapelle zu bauen. Das Pantheon in Rom, sowie die Villa Rotonda , von Andrea Palladio in Vicenza, dienten als Vorbilder. Drei ionische Portikas und eine Apsis sind dem Gebäude vorgelagert, eine Freitreppe führt zum Eingang. Der Innenraum, als russisch-orthodoxe Kirche gestaltet, mit Statuen von Heinrich von Dannecker und Bertel Thorvaldsen, zeigt einen Weihestein der ehemaligen Burg aus dem Jahre 1083 und ein Modell der mittelalterlichen Burg. Einmal im Jahr an Pfingsten findet hier ein russisch-orthodoxer Gottesdienst in Erinnerung an Königin Katharina statt.

In der Gruft unter der Kapelle befinden sich die Sarkophage Katharinas und Wilhelms und ihrer Tochter Marie von Neippberg.

Die Grabkapelle kann zu vorgegebenen Öffnungszeiten zwischen März und Oktober besichtigt werden.

 

 

Grabkapelle Frontansicht
Grabkapelle auf dem Württemberg