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Hafenrundfahrt - Teil 2

Im 18. Jhd. wird in Cannstatt am „Mühlgrün“ ein Hafen erwähnt, an dem Lastkähne bis 100t Traglast festmachen konnten. Die auf der Bergfahrt ankommenden Güter bestanden in erster Linie aus Kolonialwaren, die abwärts fahrenden Schiffe transportierten Landeserzeugnisse und Waren aus Österreich und Italien. Jedoch war die Schifffahrt eine gefürchtete Sache, da „der wilde Geselle“ eine keltische Bezeichnung für den Namen Neckar, für seine Untiefen und Stromschnellen im ganzen deutschen Reich bekannt war. Durch den Bau der Eisenbahn, ab 1846, wurde die Neckarschifffahrt stark in Mitleidenschaft gezogen. Weitere Maßnahmen zur Kanalisierung des Neckars erwägte man Ende des 19. Jhd., als auch in Württemberg die Industrialisierung in vollem Gang war. So erkannte man, dass Württemberg, als besonders rohstoffarmes Land, auf die Einfuhr von Massengütern, wie Baustoffe und Nahrungsmittel, besonders angewiesen war. Erst in den 20iger Jahren erstellte man konkrete Pläne zur Neckarkanalisierung. 1916 Gründung des südwestdeutschen Kanalvereins zum Ausbau des Neckars zur Großschifffahrtstraße, hier allein stiftete Robert Bosch 13 Mio. Reichsmark, um das Projekt zu fördern. Pläne zum Ausbau gab es genügend, ebenso wurden die ersten Pläne zum Bau eines Hafens erstellt, allerdings ergaben sich auch hier große Schwierigkeiten, als man erkannte, dass das Neckarbett zwischen Untertürkheim und Obertürkeim verlegt ( zugeschüttet ) werden musste, um zwischen Wangen /Untertürkheim und bis nach Obertürkheim/Brühl einen Durchstich zu bauen. Ein Teil des alten Neckarbettes in Untertürkheim war bereits in den 20iger Jahren als Ölhafen geplant. Nach einer Ausschreibung erteilte das Schiedsgericht 1929 den Architekten Bonatz und Scholer den 1. Preis ( bei 48 eingereichten Entwürfen ).

Nach dem 2. Weltkrieg fand im ganzen Land eine unglaubliche Bautätigkeit statt, man stelle sich vor, dass neben dem Bau des Hafens, von Mannheim bis Plochingen die Staustufen ausgebaut werden mussten, um Schiffe bis 2000t und einer Länge von über 100m und ca. 10m Breite, mit einem Tiefgang von 2,30m passieren zu lassen.

In Anwesenheit von Bundespräsident Theodor Heuss und dem amtierenden Oberbürgermeister Arnulf Klett wurde der Hafen Stuttgart am 31. März 1958 eingeweiht, Stuttgart war Hafenstadt geworden.

Ursprünglich als Hafen für Massengüter geplant, hat dieser sich zu einem modernen Industrie und Handelshafen mit einem großen Dienstleistungsangebot gewandelt, mit Portalkränen für die Containerverschiffung Schiene /Straße, Schiff /Straße und Schiff/ Schiene. Unterschiedliche Dienstleistungsunternehmen, Speditionsunternehmen, Handels-und Logistikfirmen werden von der Hafen Stuttgart Gesellschaft (HSG) überwacht und koordiniert, die eine Tochtergesellschaft der Landeshauptstadt ist.

Bei einer Rundfahrt durch den Hafen gibt es auch einen Blick hinter die Kulissen, wenn wir um die einzelnen Gebäude herumfahren, mit Blick auf die Anlegestellen, direkt am Wasser! (eine Ausnahmegenehmigung liegt vor), gigantische Fahrzeuge zum Containerverladen können gesehen werden, wie z.B. die „Reachstacker“ mit einem Eigengewicht von mehr als 100t, wir können durch das Gelände der DUSS (Deutsche Umschlagstelle Schiene/Straße) unter Portalkränen hindurch fahren, am Tanklager Stuttgart (TLS) und dem Logistik Center von Mercedes-Benz vorbei , Sie werden sehen, wo die gelben Säcke und das Altglas gelagert werden, gigantische Depots von chinesischen Bordsteinen, das Nachschublager für die „Knabber Fans“ von Chio-Chips und es gibt immer die Möglichkeit anzuhalten, um ein paar interessante Aufnahmen zu machen.

Eine Einschränkung für die Hafenrundfahrt erlaube ich mir, die Besichtigungen werden nur an Samstagen, Sonn-und Feiertagen durchgeführt, weil unter der Woche ein zu reger Fahrbetrieb herrscht . Zwar gilt im gesamten Hafengelände die STVO, jedoch wird diese auf den Firmengeländen manchmal flexibel gehandhabt und die Sicherheit meiner Gäste hat absolute Priorität!