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Burg Hohenzollern

Die schwäbische Linie hatte im 15. Jahrhundert mit Erbstreitigkeiten zwischen Friedrich „dem Oettinger“ und Eitel Friedrich dem I. und den Reichstädten zu kämpfen. In Folge einer 10 monatigen Belagerung wurde die Burg 1423 völlig zerstört, woran die württembergische Gräfin Henriette ( von Mömpelgard ) großen Anteil hatte. Bei der Führung durch die Burg weist ein Gemälde in der zur Galerie umgestalteten Bibliothek auf dieses Ereignis hin. Ab 1454 wurde die Burg unter Graf Niklas von Zollern wieder aufgebaut. Weitere Residenzbauten in Hechingen, Haigerloch und Sigmaringen veranlassten die schwäbischen Fürsten von Hohenzollern ihre Burg eher als Verteidigungsanlage zu nutzen, vor allem im 30 jährigen Krieg, als schwedische und württembergische Truppen die Anlage einnahmen. Im 17. Und 18. Jahrhundert war sie sogar militärischer Stützpunkt der Österreicher. Die Burganlage verwahrloste immer mehr, zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnte man nur noch von einer Ruine sprechen.

Der Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm IV. soll an einem wunderschönen Sommerabend des Jahres 1919, anlässlich eines Besuches des Stammlandes seiner Vorfahren, beschlossen haben, die Burganlage wieder aufzubauen. Nach Klärung der Finanzierung und der Übernahme der schwäbischen Fürstentümer durch Preußen nach der Revolution 1848, lieferte der Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler die ersten Entwürfe, der Festungsbaumeister Moritz v. Prittwitz u. Gaffron wurde mit der Planung der Auffahrts-und Befestigungsanlagen betraut. Die Einweihung der neuen Burg erfolgte am 3. Oktober 1867 durch Wilhelm I.

Der im neugotischen Stil errichtete Bau sollte ein repräsentatives Denkmal für den Aufstieg des Hauses Hohenzollern sein, die Familie wohnte hier nur zu besonderen Anlässen. Über eine Ringstraße kommt der Besucher zum „Adlertor“ mit Kurfürst Friedrich I. und dem preußischen Adler im Giebelfeld. Über die Auffahrtsanlagen gelangt man zu einem Rundweg um die Basteien mit den Standbildern der preußischen Könige. Um den Schlosshof herum befinden sich die U-förmigen Schlossgebäude, an deren Enden sich links die katholische St. Michaelskapelle und rechts die evangelische Christuskapelle anschließen.

Im Burghof am Aufgang der Freitreppe beginnen wir mit der Führung durch die Innenräume des Schlosses.

Der Besuch der Burg Hohenzollern lässt sich sehr gut mit einer Besichtigung der Universitätsstadt Tübingen im Rahmen eines Tagesausfluges ergänzen.