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Juden in Stuttgart - Teil 2

In der Reichspogromnacht, am 9/10 November 1938, wurde auch die Stuttgarter Synagoge in Brand gesetzt, ab 1939 wurden alle württembergischen jüdischen Gemeinden zur Stuttgarter Großgemeinde zusammengefasst, die umfassende Deportation begann. Ab 1943 nannte man Stuttgart „judenrein“.

Bei einer Rundfahrt mit dieser Thematik als Schwerpunkt besuchen wir verschiedene Stellen, die bis heute die Präsenz der jüdischen Kultur zeigen, ob das der verträumt idyllische Hoppenlaufriedhof ist, das Mahnmal, ein Gedenkstein auf dem Killesberg, wo die württembergischen Juden in einem Sammellager zusammengetrieben wurden, die Gedenkstelle am Nordbahnhof, von wo aus die württembergischen und Stuttgarter Juden in Viehwaggons in die Konzentrationslager „verfrachtet“ wurden, es gibt viele, meist traurige Zeugen der Präsenz der Juden in Stuttgart. Natürlich fahren wir auch an der 1952 eingeweihten , nach Plänen von Ernst Guggenheimer erbauten neuen Synagoge vorbei. Schon kurz nach Ende des 2. Weltkrieges, vor allem durch den Zuzug der sog. Displaced Persons, gab es wieder eine jüdische Gemeinde, allerdings war diese für einen großen Teil nur eine Zwischenstopp vor der Ausreise nach Palästina oder in die USA. Seit 2010 gibt es einen Staatsvertrag zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Israelitischen Kultusgemeinschaft Württemberg zur Gleichstellung mit den Christlichen Kirchen.

Bei dieser Gelegenheit werde ich auch die Geschichte erzählen von dem „Hofjuden“ Joseph Süß Oppenheimer, der dem württembergischen Herzog Karl Alexander als Finanzberater zur Seite stand und nach dessen Tod einer Lynchjustiz zum Opfer fiel. Die Nationalsozialisten, im Auftrag Joseph Goebbels mit dem Regisseur Veit Harlan, produzierten einen Propaganda-Hetzfilm, um die allgemeine Judenverfolgung „salonfähig“ zu machen, mit entsprechendem Erfolg, über 20 Millionen Menschen besuchten den Film.