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Mahnmale & Gedenkstätten - Teil 2

Wir haben in der Mitte unseres Schlossplatzes eine Jubiläumssäule, die von einer Concordia bekrönt wird, einen Werk des Bildhauers Ludwig von Hofer. Unsere Concordia wird fälschlicherweise immer wieder für eine Siegesgöttin gehalten, leider auch hin und wieder von der örtlichen Presse. Doch wer sich ein wenig auskennt, oder einen guten Blick hat, sieht, dass die Dame einen Ring in der Hand hält, der als Symbol der Einigkeit gilt. Die nette Dame passt auf Stuttgarter und Württemberger auf und sorgt sich um unser Wohlergehen.

Menschen, an die viele gar nicht (mehr) denken, sind jene, die an der fürchterlichen Krankheit AIDS gestorben sind. Dafür hat eine Stuttgarter Familie einen symbolischen Friedhof, mit in die Granitsteine eingravierten Namen, gestiftet, in der Mitte unübersehbar der Name „Iris“, ebenso unübersehbar „Freddie Mercury“, der fast schon symbolisch für diese Krankheit erwähnt worden ist. Während der IGA Expo 1993 befand sich dieses Mahnmal links vor dem Eingang ins „alte Schloss“, wurde nach der Ausstellung in den oberen Schlossgarten versetzt. Sie finden diesen Ort nach der Oper, zwischen Schillerdenkmal und Schicksalsbrunnen, in den Rasen eingebunden.

Der Schicksalsbrunnen, ein Werk Karl von Karl Donndorf, Sohn von Adolf Donndorf, ist einer der schönsten Jugendstilbrunnen Stuttgarts. Die Schicksalsgöttin in der Mitte entscheidet über Leben und Tod, die allegorisch von Skulpturen symbolisiert werden, einmal sind links Schmerz und Leid erkennbar (für den Tod) und auf der rechten Seite Liebe und Freude (für das Leben). Nicht umsonst hat der oben beschriebene symbolische Friedhof hier seinen Platz gefunden.

Jeder rennt in das Mercedes-Benz Museum, aber den eigentlichen Ort, wo er den ersten schnell laufenden Verbrennungsmotor, zusammen mit Wilhelm Maybach 1883 konstruiert hat, ist weitestgehend unbekannt.
Die Gedächtnisstätte für Gottlieb Daimler im Cannstatter Kurpark.

Hier gibt es auch eine nette Geschichte zu erzählen, ... mehr Infos an der Gedächtnisstätte. Der Besuch ein muß!

Am Eugensplatz in Halbhöhenlage steht die „schöne Galathea“, einer der ca. 170 Brunnenanlagen in Stuttgart. Auch hier gibt es eine reizende Geschichte zu erzählen, warum Königin Olga, die Gattin des 3. württembergischen Königs, König Karl, den Stuttgartern androhte, die Figur umdrehen zu lassen, damit sie den Stuttgartern ihr reizendes entblößtes Hinterteil zum Talkessel hinstreckt.

Auch schönste moderne Skulpturen befinden sich in der Stadt, der „Denkpartner“ von Hans Jörg Limpach oder vom „Mobile“ von Alexander Calder, einem der bekanntesten Bildhauer und Skulpteure international. Die große Plastik vor der Gedenkstätte für die Opfer und Helden des Holocaust in Yad Vashem, Jerusalem, ist auch von ihm.

Ähnliche Kunstwerke verdanken wir dem Stuttgarter Bildhauer und Maler Otto Herbert Hajek, der sich auch international einen Namen gemacht hat. In Moskau, Adelaide oder in den Museen des Vatikan können Sie seine Werke betrachten, aber so weit müssen Sie gar nicht fahren oder fliegen, die meisten seiner Kunstwerke sind in Stuttgart zu sehen. Wer war noch nicht im Mineralbad Leuze und hat sich über die „merkwürdige“ Bemalung gewundert, ebenso gegenüber die Bemalung an der Fassade des SWR, stammen von ihm. Wir könnten einen wunderbaren Spaziergang zur Hasenbergsteige in unsere Rundfahrt einbinden. Dort gibt eine herrliche Sicht in den Stuttgarter Westen und gegenüber der „Skulpturenwald“ vor dem ehemaligen Atelier des Künstlers.

Ein wahres Kunstwerk aus der Landschaftsarchitektur könnten wir auch besuchen, ebenfalls in Halbhöhenlage, ist oberhalb des Katharinenhospitals, der China-Garten von chinesischen Landschaftsgärtnern und Baumeistern dorthin versetzt. Ursprünglich befand sich dieser Garten mit den beiden Pavillons zur IGA 93 (internationale Gartenbauausstellung 1993) im Rosensteinpark. Dieser Garten sollte nach der Ausstellung zurückgebaut werden. Prompt gingen einige Stuttgarter Bürger auf die Barrikaden und gründeten eine Bürgerinitiative, die zusammen mit dem Verschönerungsverein der Stadt Stuttgart es schaffte, dass die Stadt für diesen wunderbaren Garten eines der schönsten Grundstücke zur Verfügung stellte, oberhalb des Weinbergs am Kriegsberg. Auch dies ist ein Ort, den man unbedingt besuchen sollte, zum einen wegen der tollen Sicht in den Stuttgarter Talkessel, zum anderen weil ich Ihnen vor Ort sehr viele Informationen zur Topografie, Städtebau und zum Stadtklima geben kann. Der Blick von oben auf die Häuser unterhalb des Weinbergs gibt Ihnen die Gelegenheit zu sehen, dass wir nicht nur viele Parkanlagen haben, grün sind auch unsere Dächer, zur Verbesserung des Stadtklimas.

Mehr Infos zu diesem Thema unter Stadtklima

Die einzelnen erwähnten Punkte werden zumindest teilweise in die Rundfahrten integriert, es ist aber auch möglich eine reine Tour zu diesem Thema zu buchen, ich nehme dann genügend Literatur mit, um vor Ort kleine „Lesungen“ abzuhalten.