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Stuttgarter Stadtklima - Teil 2

Dass sich diese Situation, vor allem seit dem letzten Jahrhundert, auch auf die städtebauliche Situation ausgewirkt hat, ist keine Frage. Limitierung der Gebäudehöhen, Flachdächer mit Begrünung und das Vermeiden von Hochhäusern, sind heute wesentliche Bestandteile der Stadtplanung. Daher gilt besonderes Augenmerk allen neuen Bebauungen, die immer eine Versiegelung des Bodens mit sich bringen, d.h. Wegnahme der Grünflächen, weitere Erwärmung des Bodens und gegebenenfalls negative Auswirkungen auf die Frischlufteinfuhrschneisen.

Man kann sagen, dass wir in Stuttgart ein natürliches Klimasystem haben, d.h. die warme, verbrauchte Luft im „Kessel“ steigt nach oben und zieht die kältere Frischluft, die in den meist bewaldeten Höhenlagen um Stuttgart herum entsteht, nach unten. Daher wird die verbrauchte Luft dorthin verschoben, wo der Talkessel offen ist, Richtung Nord/Nord-Ost.

Wenn allerdings kaum Windbewegungen vorhanden sind und die Luftmassen oben warm/unten kalt sind, haben wir die typische Inversionswetterlage (Smog), die sich durch die Kessellage umso stärker auswirkt.
Deshalb ist es in Stuttgart so wichtig, die Grünflächen zu erhalten, bzw. neue dazuzugewinnen, durch neue Parkanlagen ( z.B. die „grüne Fuge“ am Höhenpark Killesberg - siehe Landesmesse) Dachbegrünungen und ein sehr wichtiger Punkt, die Erhaltung des Waldes um Stuttgart herum.

Vom Fernsehturm aus sieht man sehr gut, wie grün die Stadt gelegen ist. Das darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Emissionswerte in Stuttgart mit die höchsten in der Bundesrepublik Deutschland sind, bei mehr als 600 PKW pro 1000 Einwohnern, Abluft durch Heizung und Industrie, sind wir in Deutschland mit an der Spitze.
Nicht umsonst werden jedes Jahr an der Kreuzung B14/Heilmannstrasse am „Neckartor“ die höchsten Feinstaubwerte der Republik gemessen.

Deshalb gilt es in Stuttgart immer, alles zu tun, um das Stadtklima zu verbessern, was der Stadt international Anerkennung verschafft hat. Der Stuttgarter kann sich selbst ein Bild machen, welche Anstrengungen seitens der Stadt (-Planung) unternommen werden, achten Sie z.B. auf die grünen Verkehrsinseln (Charlottenplatz) im gesamten Stadtgebiet, begrünte Gleisflächen der Stuttgarter Straßenbahnen (Alexanderstrasse, obere Seidenstrasse und auch die Trasse der U15 zum Fernsehturm) und alleine schon das grüne „Stuttgarter U“, in kaum einer anderen Stadt Deutschlands und auch weit darüber hinaus, kann man 9 Kilometer durch innerstädtisches Grün laufen, ohne ein einziges Mal eine der stark befahrenen Straßen überqueren zu müssen, realisiert zur internationalen Gartenbauausstellung IGA EXPO 93.