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Tübingen

Ein Besuch in der Stiftskirche ist in jedem Fall vorgesehen, die als spätgotische Hallenkirche im Originalzustand erhalten geblieben ist. Die Kirche, als drei-schiffige Hallenkirche mit Bündelpfeilern, die die Lasten des Gebäudes von der Wölbung bis in die Fundamente ableiten, beherbergt auch eine der Grablegen des Hauses Württemberg. Sehr interessant ist die Gestaltung des Turms, der ähnlich wie der Turm der Stiftskirche in Stuttgart, ein unüblich flaches Dach erhalten hatte, vermutlich ebenso wie in Stuttgart, aus Geldmangel. Die Evangelisten Symbole am Turm an Stelle der üblichen gotischen Wasserspeier symbolisieren Matthäus als Engel, Lukas als Stier, Markus als Löwen und Johannes als Adler. Die Werke wurden vom Stuttgarter Bildhauer Fritz von Graevenitz gefertigt, der horizontal angebrachte Adler entspricht eher der nationalsozialistisch-militärischen Gestaltung auf NSDAP-Wahlplakaten und ähnelt dem deutschen Hoheitsadler…….! Bei gutem Wetter und guter Kondition lohnt sich der Aufstieg auf den Turm mit Blick über die Innenstadt und die gesamte Umgebung.

Weiter geht es über den Holzmarkt zum Marktplatz, mit dem spätmittelalterlichen Rathaus mit seiner einzigartigen Fassade in Sgraffitomalerei von Professor Dollinger im Stil der Neorenaissance. Je nach Jahreszeit, könnten wir uns hier zu einem Kaffee hinsetzen und ich würde Ihnen detaillierte Erklärungen zur Geschichte, Architektur und weiteren Hintergründen geben. Der Tübinger Marktplatz ist weit über seine Stadtgrenzen hinaus bekannt, unter anderem für den Neptunbrunnen, der nach dem 2. Weltkrieg aus altem, eingeschmolzenem Waffenmaterial gefertigt wurde.

Weiter geht es zum Schloss Hohentübingen, der Aufstieg ist etwas anstrengend, dafür werden wir mit einem weiteren faszinierenden Blick in die Stadt und Umgebung belohnt. Vorher laufen wir durch das untere Renaissanceportal von Christoph Jelin, mit reichhaltiger Ornamentik mit dem württembergischen Wappen, dem „Michaelsorden“ ( Jakobsmuscheln ) und dem begehrten „Hosenbandorden“ mit der Inschrift „ honi soit qui mal y pense“, auf Deutsch : „ein Schuft, wer Schlechtes darüber denkt“ Im Schlosshof werden Sie überrascht sein, welche Dimensionen Sie dort vorfinden, im Schloss selbst befindet sich das Museum der Universität Tübingen für Ur- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie, Ägyptologie und Ethnologie.

Je nachdem wie der Tag geplant ist, könnten wir entweder im Restaurant „ Forelle“ einkehren, die Küche ist außerordentlich gut, oder ganz schwäbisch in der „Wurstküche“, in der die Karte sogar auf schwäbisch zu lesen ist.

Die Besichtigung von Tübingen lässt sich auch sehr gut im Rahmen einer Tagestour, mit der Burg Hohenzollern verbinden.