Jüdisches Leben in Stuttgart

Jüdisches Leben in Stuttgart

Die Geschichte der Stuttgarter Juden reicht weit zurück. Die jüdische Gemeinde entstand im 14. Jahrhundert und wuchs im Laufe der Zeit stetig an. Bereits 1348 gab es eine Judengasse und eine Judenschule in der Brennergasse sowie ein Mikwe (Judenbad).
Im Mittelalter wurden die Juden jedoch immer wieder Opfer von Pogromen und Ausgrenzung, vor allem während der Pestepidemien. Mit der Gründung der Universität Tübingen 1477 durch Eberhard im Bart wurden alle Juden aus Württemberg vertrieben.

Im 19. Jahrhundert erlebte die jüdische Gemeinde in Stuttgart eine Blütezeit: 1808 wurde eine jüdische Gemeinde gegründet, 1828 Religionsfreiheit gewährt. Viele Juden waren in Handel und Gewerbe tätig und trugen zum wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt bei.
In dieser Zeit entstanden die Synagoge in der Hospitalstraße (1861) und neue Gemeindezentren. 1864 folgte das Gesetz zur bürgerlichen Gleichberechtigung der in Württemberg ansässigen Juden.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Stuttgarter Juden systematisch verfolgt und entrechtet. Viele wurden deportiert und ermordet. Die Synagoge in Stuttgart wurde am 9. November 1938 in der Reichspogromnacht zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Wiederaufbau der jüdischen Gemeinde in Stuttgart. Überlebende, Rückkehrer, Displaced Persons (DP) und neue Zuwanderer aus anderen Ländern bildeten eine neue Gemeinschaft.
Heute gibt es wieder eine lebendige jüdische Gemeinde mit Synagoge, Gemeindezentren und kulturellen Einrichtungen.

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung
Im 18. und 19. Jahrhundert trugen jüdische Unternehmer und Händler maßgeblich zum wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt bei – etwa im Textil- und Bekleidungsgewerbe, im Bankwesen (Familie Kaulla), im Bauwesen (Eduard von Pfeiffer) oder in der Industrie (Wolf & Söhne).
Viele unterstützten soziale Projekte, Bildungseinrichtungen und kulturelle Aktivitäten.

Tour-Stationen

Auf unserer Tour besuchen wir unter anderem:
• Die Synagoge in der Hospitalstraße
• Gedenkstätte am Nordbahnhof
• Jüdischer Friedhof im Hoppenlaufriedhof
• „Kolonie Ostheim“ von Eduard von Pfeiffer
• Wohnorte jüdischer Bürger, z. B. Villa von Max Levi, Villa Wolf, Villen der Familie Roser

Ihre Wünsche haben Priorität!

Sie bestimmen, welche Orte wir gemeinsam besuchen. Nach der ersten Kontaktaufnahme besprechen wir den genauen Ablauf individuell.

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